Natürlich gibt es bei der Komposition neuer Violinduos kein Entrinnen von den großen und großartigen Zyklen von Béla Bartók und Luciano Berio. Das nun entstandene Panoptikum von 33 Miniaturen verwendet gar - trotz aller Abgrenzung von ihnen - gelegentlich Material dieser Werke, um dann aus solch Zellenartigem Neues zu entwickeln. Zudem finden sich - häufig auf ostinatem Grund - Anverwandlungen barocker Modelle neben Volksliedadaptionen, freie Gestaltungen neben festgefügt Konstruiertem wie auch mancherlei Genrestücke. Die Anordnung der 33 Duette folgt dabei keinerlei progressivem Gedanken. Die beiden Instrumentalparts sind weitgehend von gleichem Schwierigkeitsgrad, so daß auch immer wieder ein Stimmentausch vorgenommen werden konnte. Es entstand gewissermaßen ein Instrumentalkörper, quasi in Zwiesprache mit sich selbst.